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HELIKOPTER
NICOLE BOILLAT, MICHAEL TSCHACHTLI, JAN VOELLMY, TINA Z`ROTZ
Auszug aus dem Jurybericht:

NICOLE BOILLAT, MICHAEL TSCHACHTLI, JAN VOELLMY, TINA Z`ROTZ
HELIKOPTER
Die Gruppe von vier Kunstschaffenden schlägt einen radikalen Eingriff vor: Ein Helikopter kreist über der Baustelle beim Bahnhof St. Johann und wirft aus einem Wassertank 6’000 Liter rote Farbe ab. Sie färbt im Umkreis von 500 Metern Boden, Container, Waren, Maschinen und Mobilien rot ein. Das Happening ist öffentlich. Durch die Aktivitäten auf der Baustelle wird sich die Farbfläche verändern, Teile werden verschwinden, die Fläche wird zerstückelt. Dieser Prozess wird dokumentiert und in einer Publikation zugänglich gemacht. Ein Aussichtsturm ermöglicht den Passanten, den Prozess live mitzuerleben.

Die Gruppe hat die Machbarkeit des Projekts abgeklärt und ist zum Schluss gekommen, dass sich der Vorschlag in dieser Form nicht realisieren lässt. Ausschlaggebend waren insbesondere auch Überlegungen bezüglich Umweltverschmutzung: Farbreste würden ins Grundwasser gelangen, und rote Erde müsste als Sondermüll entsorgt werden. Anstelle dieser radikalen Geste schlägt die Gruppe einen „sanfteren“, auf die Performance beschränkten Eingriff vor: 400 Liter Randensaft (Lebensmittelfarbstoff) ergiessen sich auf einem Durchmesser von 30 Metern über die Baustelle. Die Performance ist öffentlich, sie wird dokumentiert und die Veränderungen können täglich von einem Turm aus beobachtet werden.

Die Jury schätzt den ursprünglichen Vorschlag für seine radikale, auch politische Geste (Riesenfarbei auf Baustelle). Er gehört zu den überzeugendsten Eingaben dieses Wettbewerbs. Obschon die Realisierung fragwürdig schien, entschloss sich die Jury, das Projekt für die Weiterbearbeitung zu empfehlen. Der zweite Vorschlag überzeugt nicht gleichermassen, weil er eine Reduktion auf 30 Meter vorsieht, eine Konzentration auf das Spektakel und ein Abschied von der Idee eines „Farbanschlages“ von langer Dauer. Ein kräftiger Regenguss am gleichen Tag würde den Randensaft zum Verschwinden bringen. Die Jury entscheidet sich, dass die Radikalität des Projektes sowie dessen überzeugende und witzige Präsentation mit einem Ankauf der Videoarbeit ausgezeichnet wird.

Es wird eine Entschädigung von Fr. 2’000.- und für den Ankauf des Videos ein Betrag von Fr. 4’000.- aus dem Kunstkredit und der Nordtangente-Kunsttangente gesprochen.
Künstler:
zRotz
Tschachtli
Voellmy
Boillat