Renée Levi
Ayse
Eine Intervention von Renée Levi um das Jugendzentrum Dreirosenbrücke
Acryl auf Beton und Spiegel-Folie auf Glas, 2006
Einweihung am Freitag, den 29. September 2006 um 17 Uhr.
Renée Levi, `Ayse`, Acryl auf Beton und Spiegel-Folie auf Glas, Dreirosenbrücke, Basel 2006 © Kathrin Schulthess, Basel

Renée Levi, `Ayse`, Acryl auf Beton und Spiegel-Folie auf Glas, Dreirosenbrücke, Basel 2006 © Kathrin Schulthess, Basel

Ende September 2006 wird der neue Jugendtreffpunkt „Barracuda“ unter dem Kleinbasler Brückkenkopf der Dreirosenbrücke eröffnet. Realisiert und finanziert wurde er durch die Basler Christoph Merian Stiftung. Im Frühjahr 2006 hatte sie das Kunstprojekt Nordtangente-Kunsttangente kontaktiert und nach Möglichkeiten einer künstlerischen Intervention im Bereich des „Barracudas“ angefragt. Gemeinsam nahm man mit der Künstlerin Renée Levi Kontakt auf und lud sie ein, ein Projekt auszuarbeiten. Renée Levis Vorschlag überzeugte augenblicklich, so dass die Christoph Merian Stiftung und die Nordtangente-Kunsttangente die Künstlerin einluden, ihren Vorschlag vor Ort zu verwirklichen.
Mit dem neuen Jugendtreff “Barracuda“ wird der Kleinbasler Brückenkopf der Dreirosenbrücke einer gemeinschaftlichen und öffentlichen Nutzung übergeben. Die künstlerische Intervention Renée Levis geht auf diese Situation unmittelbar ein: sie vermittelt den Übergang vom Innen- zum Aussenraum, vom Treffpunkt über die Strasse hin zum Rhein und gestaltet dementsprechend den Bereich unter der Brücke zum städtischen Kunstraum aus.
Die rheinseitige Fensterfront des Jugendtreffpunkts ist ganzflächig mit Spiegel-Folie verkleidet. Die Folie spielt mit dem Zwielicht im Brückenschatten und der reflektierenden Wasserfläche des Rheins. In der verspiegelten Glasfassade geben ausgesparte Blumen und Ranken partiell Durchblicke frei. Die Fassade wird so zu einer halbdurchlässigen Schicht zwischen Jugendzentrum und Aussenraum, zu einer Membran, die verspielt die Räume und nicht zuletzt ihre Benutzerinnen und Benutzer spiegelt und gleichzeitig den Durchblick erlaubt von Aussen nach Innen oder von Innen nach Aussen. Draussen, vor der verspiegelten Glasfassade, wird das Motiv der Blumen und Ranken erneut aufgegriffen. Auf zwei der drei Brückenpfeiler wird das Rankenmuster in Relation zu den Dimensionen der Autobahnbrücke stark vergrössert aufgemalt. Der dritte, nördliche Pfeiler bleibt hingegen ohne Motive, jedoch nicht unbemalt, sondern beige grundiert.
Renée Levi, `Ayse`, Acryl auf Beton und Spiegel-Folie auf Glas, Dreirosenbrücke, Basel 2006 © Kathrin Schulthess, Basel

Regierungsrätin Barbara Schneider präsentiert den neuen Jugendtreff Barracuda, die Freisporthalle sowie Renée Levi`s Fassadengestaltung den Medien (28. September 2006, Dreirosenbrücke, Basel)

Renée Levi, `Ayse`, Acryl auf Beton und Spiegel-Folie auf Glas, Dreirosenbrücke, Basel 2006

Renée Levi arbeitet seit Jahren mit Texturen oder Ornamenten. Ihr künstlerisches Vokabular reicht von abstrakter Lineatur über Zeichnungen, die als Sprache gedeutet werden können, bis zu lesbaren Chiffren und Arabesken. Allen ihren Arbeiten für den öffentlichen Raum gemeinsam ist die Verbindlichkeit in der Anwendung der Zeichnung. Das Motiv für den Jugendtreffpunkt unter der Dreirosenbrücke ist ihre Arbeit „Bildfassade“ in der nahen Überbauung „Dreirosen“, wo sie 1996 die ganze Fassade zum Schulhof durch einheitliche Vorhänge in unterschiedlicher Farbigkeit gestaltet hatte. Als Erinnerung daran erscheint das Thema unter der Autobahnbrücke in neuer Formulierung, in anderer Masstäblichkeit und Materialisierung. Die Künstlerin verklammert so den Schulhof der Überbauung „Dreirosen“ über die Sport- und Spielanlagen mit dem Jugendtreff zu einer grösseren städtebaulichen Einheit.
Ayse von Renée Levi wurde gemeinsam ermöglicht durch die Christoph Merian Stiftung und die Nordtangente-Kunsttangente. Nordtangente-Kunsttangente ist eine gemeinsame Initiative des Baudepartementes Basel-Stadt und des Erziehungsdepartementes Basel-Stadt im Bereich der Autobahn Nordtangente.
www.merianstiftung.ch www.kunsttangente.ch
Renée Levi (*1960) lebt und arbeitet in Basel. Am Institut für Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz – direkt neben der Dreirosenbrücke – hat sie eine Professur für Bildende Kunst und Malerei inne.
In zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland demonstrierte sie ihre Fähigkeit, Räume zu modulieren, Blicke zu leiten und den Betrachter ins Bild zu setzen. Ihre bevorzugte Technik ist der Spray (oft mit fluoreszierender Farbe), auf Leinwänden, Aluplatten oder direkt auf der Wand.
Bei ihren Interventionen im öffentlichen Raum legt Renée Levi besonderes Gewicht auf die spür- und erfahrbare Prägung der räumlichen Situation durch Kunst. Zu ihren bedeutenden Werken im öffentlichen Raum in der Schweiz zählt die Fassadengestaltung des Fernheizkraftwerks in Zürich Oerlikon („Regina“, 2001) oder die Wandmalerei „Reuss“ (2001) im Luzerner Grossratssaal.
www.reneelevi.ch
Basel, September 2006