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WANDMALEREI RENéE LEVI
neues kino an der nordtangente
Filme Bar Musik
22.-24. August 2008, 21h-3h
Unter dem Luzernerviadukt
Gegenüber Hüningerstrasse 8
Basel Nord

Freitag 22. August

21.00 Skaterfilme
Youtube im Kino. Wir sichten die Arbeiten junger FilmemacherInnen und sehen, was viele sonst nur von aussen kennen: die Innenperspektive der Skaterszene in Basel, der Schweiz und anderswo.

22.00 Paranoid Park
Gus Van Sant, F/USA 2007, 85 Min., E/df,
Farbe
Das Leben des 16-jährigen Alex verläuft ziemlich normal. Die Eltern haben sich kürzlich getrennt, die Freundin nervt ein wenig, die Schule sowieso, aber immer dabei: das Skateboard. Eines Tages überredet ihn ein Schulfreund, gemeinsam zum Paranoid Park zu gehen, einer illegalen Skateranlage am Stadtrand von Portland, Oregon, wo sich abends die besten Skater der Gegend treffen. Die Teenager bleiben dort vorerst Zuschauer. Als Alex tags darauf wieder hingeht, diesmal alleine, kommt er mit anderen Skatern in Kontakt und schliesst sich einer Gruppe an, die per Güterzug zum nächsten Liquor-Store fahren will. Doch der verbotene Nervenkitzel wird jäh unterbrochen, als sich ein schrecklicher Todesfall ereignet... In hypnotisierenden Bildern und verführerischen Super-8-Sequenzen erzählt Gus van Sant, Regisseur von «My Private Idaho» und «Drugstore Cowboy», wie sein fragiler Held das emotional einschneidende Erlebnis zu verarbeiten beginnt. Und porträtiert dabei mit Humor und Leichtigkeit das flüchtige Lebensgefühl identitätssuchender Jugendlicher.

24.00 Supplement: Skate history


Samstag 23. August

21.00 Vorprogramm Kurzfilme

Zwischen Vier und Sechs Corinna Schmitt, D 1998, 6 Min., Farbe
Eine junge Frau berichtet über ihre Kindheit in einer deutschen Kleinstadt. Alles ist so behütet und normal, dass das hässliche Wort vom Spießer irgendwie unpassend erscheint. Nur die Verkehrsschilder sind ein wenig schmutzig...
Die 3. Generation des Wohlfühlens
Rainer Hällfritzsch, Ulrike Hemberger, Karl Hoffmann, D 1999, 12 Min., Farbe
Wie wird heute „innerstädtisches Leben“ geplant? Am Potsdamer Platz entstand das „neue Berlin“. Symbolträchtig am Vorabend des „Tages der deutschen Einheit“ 1998 eröffnet, ist „Daimler City“ heute Fakt. Der Film zeigt Bauherren, Betreiber und Politiker in ihrer medialen Selbstdarstellung.
Die Geschichte vom roten Keramikpferd
Tonia Budelmann, D 2003, 12 Min., Farbe
Als Marie aufwacht, stolpert sie in den Müll des Vorabends. Die heisse Sonne steht am Himmel, aber Marie ist unglücklich und einsam - den schönen Tag dröhnt sie lieber weg. Schmerzhaft und scherzhaft tut sich eine Kluft auf zwischen dem Sehnen und dem Sein, zwischen dem Ich und dem Ihr.
The Stairway at St. Paul’s Jeroen Offerman, UK/NL 2002, 8 Min., Farbe
Wem Classic Rock immer schon suspekt war, kann nun der Sache auf den Grund gehen. In seiner aussergewöhnlichen Darbietung des Led Zeppelin Klassikers „Stairway to Heaven“ spielt Jeroen Offerman mit Posen und Verschwörung.
Sommerhitze Katja Fredriksen, D 2003, 17 Min., Farbe
Sommerhitze ist die episodenhaft erzählte Geschichte mehrerer Bewohner einer Kleinstadt während der Sommerferien. Die Stadt ist wie ausgestorben und die Straßen gähnen vor Langeweile.


Hauptprogramm

22.00 Temporada de patos
Fernando Eimbcke, Mex. 2004, 90 Min., SP/df, sw
Sonntagnachmittag in einer tristen Wohnsiedlung an der Peripherie von Mexico-City. Die Eltern sind ausser
Haus, die befreundeten Teenager Moko und Flama vertreiben sich die Langeweile mit rauen Videogames und Junkfood. Das Duell «Bush gegen bin Laden» ist noch nicht entschieden, da platzt überraschend die nur wenig ältere Nachbarin Rita, die einen Kuchen backen will, herein. Und als sich dann auch noch der desillusionierte Pizzakurier Ulises, auf die Bezahlung seiner Lieferung pochend, dazugesellt, sind sie plötzlich zu viert. Nur ein Stromausfall kann die vier dazu bringen, so etwas wie Kommunikation zu entwickeln... Mit diesem seltsamen Quartett und einigen skurrilen Requisiten, darunter das kitschige Wandbild einer Entenjagd, zaubert der junge mexikanische Filmemacher Fernando Einblicke den ganzen Kosmos zwischenmenschlicher Beziehungen auf die Leinwand. Eine wunderbare Ode an die Freundschaft. Lakonisch, doppeldeutig und voll unwirklicher Schönheit.

24.00 Brick
Rian Johnson, USA 2005, 110 Min., E/df, Farbe
An einer Highschool in Kalifornien geschieht Mysteriöses. Brendan, Einzelgänger aus Überzeugung, wird von seiner Ex-Freundin Emily um ein Treffen gebeten. Die kurze Begegnung ist verstörend. Emily scheint in grosser Sorge, spricht rätselhaft von Brick, Thug und Pin. Kurze Zeit darauf ist die junge Frau tot. Unterstützt von seinem einzigen Freund The Brain macht sich Brendan auf die Suche nach der Wahrheit. Und gerät dabei tiefer und tiefer in eine gefährliche Unterwelt, deren Boss alleine durch seine schwarze Garderobe das Fürchten lehrt. Doch Brendan ist ein harter Hund, der nach dem Verlust von Emily nichts mehr zu verlieren hat. Ausser vielleicht sein Leben, und das hängt alsbald an einem seidenen Faden... Rian Johnson verlegt den Film noir der 1940er in eine heutige Schule. Teenies, die sprechen wie einst Bogey, ist das albern? Nein, denn sie tun dies durchaus mit dem nötigen Ernst. Das gewagte Experiment gelingt. Der Film erhielt am Sundance Film Festival den Spezialpreis für Originalität, und eine treue Fangemeinde. Spannend, unterhaltsam und unglaublich cool.


Sonntag 24. August

21.00 Tarnation
Jonathan Caouette, USA 2003, 88 Min., E/d, Farbe
Zu Beginn des Films erhält der New Yorker Künstler Jonathan Cauoette die Nachricht, dass seine Mutter mit einer Überdosis Lithium ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Von hier aus rollt der Filmer seine Kindheit und Jugend auf, die sich in einem schwierigen familiären Umfeld abgespielt haben, dem Jonathan als Teenager mit Super-8-Filmen und Tagebüchern zu entfliehen versuchte. Es sind diese Super-8-Sequenzen, die er nun, spektakulär am Heimcomputer geschnitten, mit aktuellen Interviews, Audiokassetten, Briefen, Fotos und TV-Schnipseln zu einer berührenden und poetischen Collage verdichtet. Lebhaft erzählt der Film von der grossen Liebe zur – in Folge einer Schocktherapie – früh an Schizophrenie erkrankten Mutter, von der Zeit in Jugendheimen und bei den Grosseltern in Texas, vom späten Kennenlernen des Vaters. Entstanden ist mehr als nur ein therapeutisches Selbstportät. «Tarnation» ist auch ein beeindruckendes Dokument über den Umgang der Gesellschaft mit psychisch Kranken, über die Popkultur der 80er Jahre und den New Yorker Underground, das in den Augen mancher Kritiker die Grenzen des Dokumentarfilms neu defi niert hat. Produziert von Gus van Sant

neues kino und kunsttangente
unter dem luzernerviadukt
gegenüber hüningerstrasse 8, basel nord

eintritt chf 10 (mitglieder chf 5)
betreten des areals auf eigene gefahr!


www.neueskinobasel.ch
www.kunsttangente.ch
tel. 079 623 58 65

Mit freundlicher Unterstützung von Implenia!