Nordtangente-Kunsttangente
Künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum im Norden von Basel
Nordtangente-Kunsttangente
Kunst für den öffentlichen Raum im Norden von Basel
Was kann die Kunst in Anbetracht eines Milliardenbaus wie der Nordtangente leisten? Was können Künstler in Anbetracht von Quartieren machen, die starken Veränderungen unterworfen sind und in denen Menschen von verschiedenster Herkunft leben? Die Antworten auf diese Fragen fallen unterschiedlich aus, das gleiche gilt für die Erwartungen. Manche glauben, dass die Kunst die Gesellschaft retten kann, andere wiederum sehen in der Kunst im öffentlichen Raum nur Ärgernis und Scheitern. Als das Erziehungsdepartement Basel-Stadt und das Baudepartement Basel-Stadt gemeinsam mit dem Amt für Strassen (ASTRA) sich entschloss, Kunstprojekte für das Umfeld der Nordtangente zu realisieren, wurden diese Fragen eingehend diskutiert. Das Projektteam der Nordtangente-Kunsttangente entschloss sich für ein pragmatisches Vorgehen, das sich vor Ort konkret an den Situationen orientiert und auf diese eingeht. Im Zentrum sollte nicht eine Ideologie, ein unrealistischer Traum oder kurzlebige Eventkultur stehen, sondern eine langfristige Auseinandersetzung mit der Realität und das Setzen von visuellen und atmosphärischen Akzenten.
Seit 2002 hat die Nordtangente-Kunsttangente vier grosse Wandarbeiten realisiert, eine fünfte ist in Planung. Vom Schweizer Künstler Remo Hobi stammt der von weitem sichtbare „Stempel“, vom deutschen Künstler Franz Ackermann das lange Fries am Unterwerk Volta, von der deutschen Künstlerin Kalin Lindena „Alles und immer“ an einer Brandmauer in der Horburgstrasse und von der Schweizer Künstlerin Renée Levi „Ayse“, mit der sie 2006 dem neuen Jugendtreff Barracuda unter der Dreirosenbrücke ein Gesicht verlieh. In allen Fällen stellt sich die Sprache der Kunst in den Dienst des Ortes, wertet ihn auf und schafft neue Orientierungspunkte. Das gleiche gilt für den sogenannten Wiesenkreisel von Lucia Schnüriger und Harald König, der heute klar und einprägsam ein neues Tor zur Stadt markiert. Parallel dazu fanden Ereignisse statt, welche den Ort im Umbruch in einen Ort des unvergesslichen Erlebnisses verwandelten: die Filmnächte im Autobahntunnel und unter der Dreirosen-Autobahnbrücke und das Projekt „trainair“ der Basler Künstlergruppe airline: im Sommer letzten Jahres machten sie aus einem Stück brachliegenden Landes am Lothringerplatz eine Plattform für Diskussion, Aesthetik und Experiment. Und diesen Sommer geht auf einer Baustelle in der Nähe des Bahnhofes St. Johann weiter: mit „trainair:::mobile architektur“ oder 60 Tagen Mittagstisch, Architektur für Kinder, Film, Musik, Theater, Lesungen und Spiel, vom 1. Juli bis 2. September 2007, jeden Tag und für alle.
Daniel Baumann
Projektleiter Nordtangente-Kunsttangente